Kieselsäure


Kieselsäure

Kieselsäure, Kieselerde, Verbindung des Siliziums mit Sauerstoff, in der Natur als Anhydrid, als Hydrat und in Salzen vorkommend, weit verbreitet im Mineral- und Pflanzenreich. Kieselsäureanhydrid (Siliziumdioxyd) findet sich kristallisiert als Quarz, Tridymit und Asmanit, mit amorphem zusammen im Achat, Chalzedon, Hornstein, Feuerstein, Jaspis, amorph in Versteinerungen, als Infusorienerde, wird künstlich durch Glühen der Hydrate gewonnen. Hydratische K. entsteht bei der Zerlegung des Kieselfluorids durch Wasser und der Alkalimetallsalze durch Säuren; bei großer Verdünnung entsteht lösliche K., die durch Dialyse als sauer schmeckende Flüssigkeit zu erhalten ist. Sie kommt in Quellwässern vor, scheidet sich leicht gallertförmig ab und trocknet zu einem zarten weißen Pulver von Polysiliziumsäuren ein (die den Opal bilden). Kieselsaure Salze (Silikate) bilden den größten Teil der festen Erdkruste. Kieselsaures Natrium und Kalzium, farblose kristallinische Massen, werden aus K. durch Schmelzen mit kohlensauren oder Ätzalkalien gewonnen, sind in Wasser löslich (Wasserglas, s.d.). Kieselsaures Kalzium, s. Kalzium. Kieselsaures Eisen und kieselsaures Aluminium (kieselsaure Tonerde) findet sich in natürlichen Silikaten; letzteres bildet wasserhaltig den Ton.


http://www.zeno.org/Brockhaus-1911. 1911.

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  • Kieselsäure — Kieselsäure, Siliciumdioxyd (s.d.). Die eigentliche Kieselsäure ist eine Verbindung von der Formel H4SiO4. Sie bildet sich bei der Zersetzung von Wasserglaslösungen mit Salzsäure oder Schwefelsäure als gallertartige farblose Masse. Letztere… …   Lexikon der gesamten Technik

  • Kieselsäure — Kieselsäure, so v.w. Kieselerde …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Kieselsäure — findet sich gelöst in vielen Quellen, besonders reichlich (bis 0,5 Proz.) in den heißen Springquellen auf Island und Neuseeland, an deren Ausflußöffnungen sie beträchtliche Inkrustationen (Kieselsinter) bildet. Kristallisiert findet sich K.… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Kieselsäure — Als Kieselsäuren werden die Sauerstoffsäuren des Siliciums bezeichnet. Die einfachste Kieselsäure ist Monokieselsäure (Orthokieselsäure) Si(OH)4. Sie ist eine sehr schwache Säure (pKs1 = 9,51; pKs2 = 11,74) und neigt zur Kondensation.… …   Deutsch Wikipedia

  • Kieselsäure — Kie|sel|säu|re 〈f. 19; unz.; Chem.〉 1. Sauerstoffsäure des Siliziums 2. Monokieselsäure 3. Dikieselsäure * * * Kie|sel|säu|re [↑ Kiesel (2)]: Sammelbez. für die in freiem Zustand mit Ausnahme der Orthokieselsäure (Monokieselsäure; Si(OH)4 oder… …   Universal-Lexikon

  • Kieselsäure — Kie|sel|säu|re …   Die deutsche Rechtschreibung

  • Kieselsaure Magnesia — (Magnesiumsilikat) findet sich in sehr vielen Mineralien. Olivin Mg2SiO4 ist neutrales Magnesiumorthosilikat, Enstatit MgSiO3 ist Magnesiummetasilikat, außerdem finden sich Talk H2Mg3Si4O12, Serpentin Mg8Si2O7+2H2O, Meerschaum Mg2Si3O8+2H2O etc.… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Kieselsaure Tonerde — (Aluminiumsilikat) Al2SiO5 findet sich als Disthen, Andalusit und Sillimanit. Aus schwefelsaurer Tonerde wird durch kieselsaures Natron je nach den Verhältnissen Al2Si3O9 oder Natriumaluminiumsilikat gefällt. Derartige Doppelsalze entstehen auch… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Alkali-Kieselsäure-Reaktion — Die Alkali Kieselsäure Reaktion (kurz AKR) oder auch nur Alkalireaktion oder Alkalitreiben, umgangssprachlich auch Betonkrebs, ist die Bezeichnung für die chemische Reaktion zwischen Alkalien des Zementsteins im Beton und Betonzuschlägen mit… …   Deutsch Wikipedia

  • Pyrogene Kieselsäure — Strukturformel Keine Strukturformel vorhanden Allgemeines Name Siliciumdioxid Andere Namen Siliziumoxid, Siliziumdioxid Summenformel SiO2 …   Deutsch Wikipedia